Sozialpädagogische Begleitung der JAFKA-Berufsausbildung
Das Besondere der JAFKA-Ausbildungswerkstätten ist die sozialpädagogische Begleitung der Berufsausbildung. Sozialpädagogik hat die Aufgabe, Soziale und Bildungsdefizite der Auszubildenden auszugleichen und entsprechende Hilfen zu organisieren. Dies geschieht in der Regel durch Einzelhilfe, Gruppenberatung, didaktisch-methodische Begleitung von Ausbildungsabschnitten und durch Freizeitangebote im kulturellen sowie sportlichen Bereich.
Neben dem üblichen Berufsschulunterricht werden die JAFKA-Auszubildenden von Fachlehrerinnen und Fachlehrern wöchentlich im Einzel- oder Blockunterricht gefördert, so in den Fächern Mathematik, Fachkunde und Deutsch.
Handlungsfelder der sozialpädagogischen Begleitung sind:Einzelfallhilfe
- Im beruflichen und privaten Bereich
- Kooperation mit der Berufsschule
- Hilfen bei der Organisation des Lernens
- Hilfen bei Antragstellungen, Schuldenregulierungen, Behördengängen
- Hilfen bei Verselbständigungen, wie Wohnungssuche und Einrichtung
- Hilfen und Anregungen bei der Gestaltung von Freizeiten
- Konfliktberatung
- Erstellen von Förderplänen und Beurteilungen im halbjährlichen Rhythmus
- Begleitung und Beratung während der betrieblichen Praktika in Fachbetrieben der Region
- Unterstützung beim Übergang in die Arbeitswelt
- Hilfen zur Begründung eines Arbeitsverhältnisses
- Beratungsangebote zu Stellenausschreibungen
- Angebot von regelmäßigen Sprechzeiten zu Problemen oder Konflikten im Betrieb
Gruppenberatung
- Einstieg und Orientierungsphase
- Einführung in den JAFKA-Organisationsrahmen
- Kennenlernen der betrieblichen Abläufe, gegenseitiges Kennenlernen innerhalb der Ausbildungsgruppe mit gruppenspezifischen Methoden wie Steckbrief und Fotoaktion. Nach Bedarf Seminar außerhalb der Betriebsstätte
- Initiierung und Durchführung von Veranstaltungen zu jugend- und zielgruppenspezifischen Fragestellungen der Ausbildung
- Lebenskundlicher Unterricht zu Fragen der Gesundheit, Ernährung, Verselbständigung und Wohnen
- Anregungen zur Freizeit und Kultur
- Durchführung von projektorientierten Ausbildungsabschnitten, nach modifizierten Vorgaben der Leittextmethode, in Absprache mit den berufsspezifischen Ausbildungsabteilungen Metall, Farbe und Holz
- Beteiligung an Beurteilungen und Förderplänen
- Durchführung von Prüfungsvorbereitungsseminaren
Freizeitangebote
Initiierung und Durchführung von themenorientierten Freizeitaktivitäten, wie Sport und Kultur Durchführung von Wochen- oder Wochenendseminaren, Sommerfesten und Jahresabschlussfeiern
Betrieblicher Unterricht
Der JAFKA-Betriebsunterricht findet in Form von Blockwochen statt.
Er ist in Einzel- und Gruppenunterricht aufgeteilt und wird in den Basisfächern
Deutsch und Mathematik, sowie in den fachspezifischen Fächern wie
Fachkunde, Wirtschafts- und Sozialkunde und Fachzeichnen, erteilt. Darüber
hinaus wird Nachhilfeunterricht auch außerhalb der regulären
Ausbildungszeit erteilt.
Alle sozialpädagogischen Handlungen sind darauf gerichtet, die Ausbildungsbereitschaft der Auszubildenden zu stabilisieren und die Ausdauer und Motivation zu stärken, um somit einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss zu erreichen.
Der betriebliche JAFKA-Unterricht wird im Blocksystem durchgeführt.
Die Lage der Blockwoche pro Fachbereich kann in der Regel erst im September des laufenden Ausbildungsjahres festgelegt werden. Die Festlegung geschieht auf der Grundlage der dann bekannten Berufsschultage.
JAFKA hat vier Ausbildungsberufe mit mindestens je drei Ausbildungsjahren und arbeitet mit drei verschiedenen Berufsschulen zusammen.
Betriebspraktika
Die
im betrieblichen Ausbildungsrahmenplan festgelegten Betriebspraktikumszeiten
variieren je nach Berufsbild in der Gesamtdauer. So sind im Berufsbild
Metallbauer 14 Monate festgeschrieben.
Diese 14 Monate stellen die
Bruttozeit dar, davon abzuziehen sind 14
Blockwochen Betriebsunterricht, die in den JAFKA-Werkstätten durchgeführt
werden. Somit ergibt sich eine Netto-Gesamtpraktikumszeit von 10,5
Monaten.
Auf eine Gesamtausbildungszeit von 3,5 Jahren sind also 10,5 Monate
Betriebspraktika möglich.
JAFKA faßt im Metallbereich die Betriebspraktika zusammen, dies auf dem Hintergrund einer längjährigen Kooperation mit den Betrieben des Metallhandwerks und deren Anforderungen nach einer längeren betrieblichen Verweildauer. Dies auch im Hinblick auf die betriebliche Verwendbarkeit und eines gezielten praxisorientierten Lernens.
Weiterhin ergeben sich durch die längere Verweildauer Kontakte, die eine spätere Übernahme nach der Ausbildung eher wahrscheinlich machen.
Die Betriebe führen nach Ende des Betriebspraktikums eine Beurteilung durch. Jederzeit ist ein Zugang der JAFKA-Ausbilder und Sozialpädagogen möglich.
Die Praktikumsbetriebe sind ausbildungsberechtigt.
